Kunst

Galerie für zeitgenössische Kunst in Freiburg i. Br.

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Wolfram P. Kastner _ teilen statt kriegen

Wolfram P. Kastner _ teilen statt kriegen
19. April – 14. Juni 2026

Einladung zur Ausstellungseröffnung
am Sonntag, 19. April, um 11 Uhr

Der Künstler ist anwesend

Wie könnte eine Welt aussehen, in der eine Kunst, wie sie Wolfram P. Kastner hervorbringt, nicht mehr notwendig wäre? Und was müssten wir tun, um eine solche Welt zu erreichen?

Die Ausstellung „teilen statt kriegen“ stellt diese Fragen ins Zentrum und formuliert zugleich eine eindringliche künstlerische Antwort auf eines der drängendsten Probleme unserer Zeit: Gewalt, Krieg und die gesellschaftlichen Bedingungen, die sie hervorbringen.

Kastners Arbeiten stehen dabei in einer langen Tradition künstlerischer Intervention gegen Krieg und Unrecht. Bereits während des Ersten Weltkriegs entstand mit Dadaismus eine radikale Gegenbewegung, die mit bürgerlichen Werten, Nationalismus und militaristischer Logik brach. Künstler*innen des Dada reagierten mit Provokation, Absurdität und künstlerischem Widerstand auf die Katastrophe der Zeit.

Auch in der Weimarer Republik verband sich Kunst mit politischem Engagement: 1922 eröffnete der Pazifist Ernst Friedrich in Berlin das Antikriegsmuseum, in dem erschütternde Fotografien von Kriegsverletzten gezeigt wurden – eine direkte Anklage gegen Militarismus und Verdrängung. Im selben Kontext wirkte der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam, der mit Ausstellungen, Texten und Aktionen für eine radikale antimilitaristische Öffentlichkeit eintrat.

In dieser Tradition positioniert sich auch Kastners Werk: Seine Arbeiten verbinden künstlerische Praxis mit politischer Intervention und zielen darauf, Erinnerung wachzuhalten und gesellschaftliches Bewusstsein zu schärfen.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten auf Papier und Leinwand sowie die Installation „Gesundheitswesen“ (2004) von Wolfram P. Kastner und Günter Wangerin. Kastners künstlerische Strategien sind dabei bewusst provokativ – sie suchen die Reibung im öffentlichen Raum und stellen Fragen, die sich nicht einfach beantworten lassen.

teilen statt kriegen“ lädt dazu ein, nicht nur zu betrachten, sondern Stellung zu beziehen.

Wolfram P. Kastner wurde 1947 in München geboren. Er studierte 1966–72 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Robert Jacobsen, Franz Nagel und Thomas Zacharias sowie Germanistik, Psychologie, Pädagogik, Kunstgeschichte, Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität München. Kastners Werk umfasst Malerei, Zeichnung, Installation, Fotografie und vor allem öffentliche Aktionen, die gesellschaftliche, politische und historische Themen adressieren. Dabei setzt er sich insbesondere mit der Geschichte des Nationalsozialismus, mit Gewalt, Ausgrenzung und Erinnerungskultur auseinander.

Sein Werk verbindet künstlerische Praxis mit politischer Intervention; es zielt darauf ab, Erinnerung und kritisches Bewusstsein in die Öffentlichkeit zu tragen – oft jenseits etablierter Ausstellungskontexte. Kastners Aktionen verstehen sich als ästhetische Interventionen, die nicht nur ästhetisch reizvoll, sondern politisch bewusstseinserweiternd sein sollen und oftmals Kontroversen, Verbote und juristische Auseinandersetzungen nach sich ziehen.

Für sein Engagement wurde er 2005 mit dem German Jewish History Award der Arthur Obermayer Foundation (Boston, USA), 2011 dem Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitzkomitee und 2022 mit dem Preis Aufrechter Gang der Humanistischen Union ausgezeichnet.


Weitere Ausstellungen und Beteiligungen

Henning Grießbach »Sog« im Kunstverein Kirchzarten // 8. – 29. März 2026

Bettina Bosch und Matthias Dämpfle zeigen Arbeiten in der Gruppenausstellung Wucherungen im T66 Kulturwerk, Freiburg // 27. Februar – 29. März 2026

Jürgen Trautwein zeigt AI and I auf der Wrong Biennale // 1. November 2025 – 31. März 2026

Christian Manss zeigt AURUM VANITAS in der Städtischen Galerie Dresden // 23. Januar – 10. Mai 2026


Öffnungszeiten: Di – Do 14 – 17 und nach Vereinbarung // +49 (0)761 766 75 76 // buero@nstttzrwhrkrftzrstzng.de // Basler Straße 13, Freiburg